Ein paar Gedanken einer Gründerin. Fünf Jahre wepodit waren für mich ganz lange eine Ziellinie – warum? Weil das bei der Gründung unser Zeithorizont war. Schuldenfrei, skaliert, kontinuierliches Wachstum. Nehmt sämtliche Buzzwords, die junge Gründer:innen als Vision haben und ihr habt ziemlich genau unsere Gedanken vor unserer Gründung am 13.04.2021. Ich kann es einerseits gar nicht glauben und gleichzeitig ist es rückblickend eine unglaubliche Wegstrecke, die wir zurückgelegt haben – inklusive Serpentinen, Hindernissen, aber auch einigen Abkürzungen, die das Ganze letztlich zur Erfolgsroute gemacht haben. Ich nehme euch noch einmal kurz mit an den Anfang.
Wie alles begann: Die ersten Gedanken im Herbst 2020
Wie hat denn alles begonnen? Die ersten Gedanken, neu durchzustarten, kamen mir im Herbst 2020. Ein anstrengendes Jahr. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Jahre selbstständig im Influencer Marketing, aber eben me, myself and I – und das hat mich einfach nicht mehr zu 100 % erfüllt. Ich war damals bei meinen Kollegen bei Wexplore Productions untergemietet. Ein externes Büro sollte mir mehr gemeinschaftliches Arbeiten ermöglichen, aber Fehlanzeige: Das war es gar nicht, was mir gefehlt hatte. Daneben habe ich noch mein Masterstudium gestartet, weil ich dachte, vielleicht ist das mein fehlendes Puzzlestück. Ebenso Fehlanzeige. In dieser Zeit waren Podcasts mein ständiger Begleiter – quasi von früh bis spät.
Die Idee: Podcasts strategisch für Unternehmen denken
Ich erinnere mich noch gut an meine Vorsätze für 2021. Ich wollte Veränderung, vielleicht auch weg vom Office. Und aus meinem Challenging-Termin mit meinen Co-Partnern von Wexplore wurde die Idee, die gemeinsame Leidenschaft Podcasts näher zu betrachten. Da lag noch so viel Potential brach – es gab noch so wenige Unternehmen, die Podcasts richtig und strategisch einsetzten. Dem gegenüber standen sechs begeisterte Podcast-Köpfe, die eine gemeinsame Vision hatten: erster Ansprechpartner zu werden für Corporates, die qualitativ konzipieren, produzieren und vermarkten wollen.
Die Gründung von wepodit
Damit stehen wir wieder am Anfang meines Texts. Ich war unglaublich aufgeregt: 25 Jahre jung, in der Gründung meines zweiten Unternehmens und diesmal sollte alles anders sein. Nicht allein, sondern gemeinsam. Nicht alles auf meinen Schultern. Nicht nur auf meiner Personal Brand aufbauend. wepodit sollte eine Marke werden, die für sich steht.
Wer schon einmal eine GmbH gegründet hat (vor allem in einem größeren Gesellschafterkreis) weiß aber, dass die romantisierte Unternehmensgründung dann recht schnell sehr bürokratisch wird. Es gibt hier viele Themen, die vorab zu klären sind: Markenanmeldung, Namensgebung, rechtliche Rahmenbedingungen, etc. Fun Fact: wepodit hat bis 4 Tage vor dem Notartermin noch anders geheißen. Leider ist uns bei der Markenanmeldung jemand zuvorgekommen. Im Nachhinein sehe ich das als großes Glück, damals dachte ich, warum nimmt mir jemand “meinen” Namen weg.
Das erste Jahr: Euphorie trifft Realität
Und dann ging es auch schon los. Ein Jahr voller Up and Downs. Viele Erstgespräche mit zögerlichen Kund:innen dämpften die erste Euphorie. Doch auch das gehört zu einer Gründer:innen-Reise. Gott sei Dank war ich nicht allein, sondern hatte immer jemanden zum Challengen, zum “wieder in die Spur bringen“ und vor allem ab Oktober 2021 meine ersten beiden geringfügigen Mitarbeiter:innen, die bis heute Teil von wepodit sind.
Wachstum: Team, Kund:innen und erste Referenzen
Mit weiterem Teamzuwachs ging es ins nächste Jahr. Marlene stieß zu uns, ebenfalls bis heute wichtiger Bestandteil von wepodit. Wir hatten die ersten Corporate-Kunden, die ersten Referenzen, die uns wiederum weitere Türen öffneten. Auch wenn sich das jetzt retrospektiv alles sehr natürlich und organisch anhört, war es teilweise sehr hart. Natürlich ist auch langsames Wachstum Wachstum, aber für einen ungeduldigen Menschen wie mich ging es dennoch oft viel zu schleppend voran.
Vom Start-up zur Marke
2023 durfte wepodit weiterwachsen. Die ersten Vollzeit-Mitarbeiter:innen kamen ins Team. Aus einem flexiblen Start-up ohne wirkliche Strukturen – denn die waren bislang alle in meinem Kopf – wurde plötzlich ein richtiges Unternehmen. Wir wurden professioneller. Eigenständiger. Eine Marke.
2023 und 2024 waren für mich unternehmerisch sicher keine einfachen Jahre, aber unglaublich wichtig. Es waren zwei Jahre, in denen ich nicht nur viel über die Branche, sondern auch über mich und meinen Führungsstil kennenlernen durfte.
Plötzlich wurden wir über Österreichs Grenzen hinaus sichtbar. Kund:innen haben über uns gesprochen, uns weiterempfohlen. Gleichzeitig waren es Jahre, in denen Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen stark auf der Bremse standen. Projekte wurden verschoben, zum Teil um ein bis zwei Jahre – was in der Timeline von großen Corporates natürlich nur eine kleine Überbrückung ist, für so ein junges Unternehmen wie uns aber quasi unsere Halbwertszeit.
Was mich heute besonders stolz macht
Jeder Kunde, der uns vertraut, wird bei uns mit größter Freude und Leidenschaft betreut. Das wissen unsere Kund:innen auch aus eigener Erfahrung. Umso glücklicher macht es mich, dass wir in den letzten Jahren eine ungebrochene Retention Rate von über 80 % haben. Wir feiern mit unseren Kund:innen ihre Erfolge – egal ob es die 70 % Durchhörquote, eine Nominierung für einen Podcast Award oder eine magische Downloads- und Streams-Anzahl ist.
2025 hat sich bei uns intern viel verändert. Wir haben in allen Bereichen sehr effiziente Prozesse, was uns schnell macht und die Möglichkeit gibt, dass jeder Kunde von jedem wepodit Team Member zu jeder Zeit in der gleichen Qualität betreut werden kann. Wir stehen nie still, sondern sind immer da, wenn man uns braucht. Und das macht uns auch in Zeiten von KI zum perfekten Partner.
5 Jahre wepodit und es fühlt sich an wie der Anfang
Wenn ich also auf 5 Jahre wepodit zurückschaue, bin ich vor allem auf die Menschen stolz, die das gemeinsam mit mir jeden Tag bewerkstelligen. Die jeden Tag daran arbeiten, dass die Podcast-Landschaft noch bunter und zugänglicher wird. Die jeden Tag beweisen, dass Podcasts kein Nischenmedium mehr sind. Die beweisen, dass wepodit eine Marke ist, die von der großartigen Leistung der Menschen dahinter lebt und dadurch wächst. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit und Stolz. Und ich denke, ich spreche für mich und meine mittlerweile drei verbliebenen Co-Founder, wenn ich sage: Es ist so viel besser geworden, als wir uns in unseren kühnsten Träumen jemals ausgemalt hätten.
Übrigens bin ich mit dem 5. Geburtstag nicht über eine Ziellinie gelaufen, sondern gerade erst losgestartet.
