Zweimal im Monat gibt es eine neue Folge unseres wepodit Podcast. In der Rubrik „Mythos oder Wahrheit“ nehmen wir gängige Annahmen aus der Podcast-Bubble genauer unter die Lupe. In der aktuellen Episode geht es um folgende Aussage: „Der Host ist eh vom Fach – der braucht keine Vorbereitung.“
Wenn jemand Expert:in ist, dann läuft das Gespräch ja von selbst- würde man zumindest meinen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Expertise allein ersetzt keine Moderation. Ein guter Podcast entsteht nicht zufällig – er entsteht durch Struktur, Planung und eine klare Idee davon, wie Inhalte für die jeweilige Zielgruppe aufbereitet werden müssen. Fachliche Kompetenz ist daher nur ein kleiner Teil der Aufgabe. Ein Moderator muss ein Gespräch führen und lenken, Inhalte verständlich machen, den roten Faden halten, Tempo und Tonalität steuern und die Perspektive der Hörer:innen einnehmen. Ohne Vorbereitung werden viele dieser Punkte rasch zur Herausforderung. Gespräche wirken unruhig, schweifen ab oder werden zu komplex erzählt.
Vorbereitung schafft Klarheit und Orientierung
Damit eine Podcast-Folge gut funktioniert, braucht es eine bewusste Vorbereitung. Dazu gehört:
Ziel der Episode festlegen: Was sollen die Hörer:innen am Ende wissen oder verstanden haben? Ein klares Ziel verhindert inhaltliches Abschweifen und schafft Fokus.
Struktur aufbauen: Ein Gesprächsleitfaden definiert die Dramaturgie: Einstieg, Kernteil, Beispiele, Ausblick.
Diese Struktur hilft dabei, die 20–30 Minuten Laufzeit eines Corporate Podcasts sinnvoll zu füllen.
Inhaltliche Vorbereitung: Auch Profis profitieren davon, sich noch einmal einzulesen, Begriffe zu vereinfachen oder komplexe Themen auf die Zielgruppe anzupassen.
Natürlich sprechen! Gute Vorbereitung bedeutet nicht, vorgefertigte Sätze zu lernen. Es geht darum, sicher genug im Thema zu sein, um spontan, klar und verständlich sprechen zu können. Stichworte reichen hier vollkommen.
Was passiert ohne Vorbereitung?
Unvorbereitete Moderationen führen häufig zu sprunghaften Gesprächen, überfrachteten oder zu technischen Erklärungen sowie dem Verlust des roten Fadens. Dadurch entstehen in der Konsequenz natürlich auch längere Post-Production Zeiten, weil viel geschnitten/korrigiert werden muss. Im schlimmsten Fall kann man die Episode komplett kübeln. Gerade bei komplexen Themen zeigt sich der Unterschied deutlich: Mit Vorbereitung wird das Gespräch zugänglich und präzise, ohne Vorbereitung wird es schnell unverständlich oder verliert den Fokus.
Fazit: Vorbereitung ist ein entscheidender Qualitätsfaktor
Die Aussage „Der Host ist eh vom Fach – der braucht keine Vorbereitung“ ist definitiv ein Mythos. Gute Moderation entsteht nicht durch zufälliges Fachwissen, sondern durch die Fähigkeit, Inhalte gezielt aufzubereiten und umzusetzen. Die richtige Vorbereitung sorgt dafür, dass Gespräche klar, strukturiert und für die Zielgruppe relevant bleiben.
