Podcast Trends 2026: Die wichtigsten Entwicklungen, Formate & Wachstumsstrategien
Das Podcast Jahr 2025 ist praktisch Geschichte. Höchste Zeit, nach vorne zu blicken! Welche Trends und Prognosen gibt es für 2026? Wie geht es im Bereich Corporate Podcasts weiter, welche Entwicklungen beschert uns der Werbemarkt und welchen Stellenwert haben Videocasts und KI im neuen Jahr? Wir haben uns dazu bei führenden Branchen-Expert:innen aus dem DACH-Raum umgehört und natürlich auch unsere eigene Expertise eingebracht. In diesem Blogartikel erfährt ihr alles zu den Podcast Trends 2026.
„Podcasts werden 2026 immer mehr zum Leitmedium“, sagt Max Franke, Geschäftsführer von Podius. Seiner Einschätzung nach zeigt der Podcast Markt auch 2026, wie robust er wirklich ist. Trotz einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage, zwei Jahren Rezession und stagnierendem Wachstum in vielen Mediensegmenten, bleiben Podcasts eine der spannendsten Wachstumsbranchen. Franke: „Natürlich bleibt der Markt nicht unverändert: Einige Anbieter verschwinden, andere konsolidieren oder orientieren sich neu. Und ja, die Frage steht im Raum, ob künftig alles Video sein muss. Doch trotz all dieser Veränderungen und mancher Unsicherheiten bin ich überzeugt: Podcasts bleiben auf Wachstumskurs.“
Max Franke nennt dafür folgende drei Gründe:
1. Der Hörermarkt ist intakt
„Die Begeisterung der Menschen für das Format ist ungebrochen. Laut der Seven.One Audio Podcast-Studie 2025 hören inzwischen 63 % der 18- bis 49-Jährigen Podcasts – erstmals mehr junge Menschen als klassisches Radio. Besonders spannend: Auch ältere Zielgruppen entdecken das Medium zunehmend für sich. Und wer einmal anfängt zu hören, hört in der Regel immer mehr. Podcasts sind längst fest im Medienalltag der Menschen etabliert.
2. Podcasts werden zum Leitmedium
Podcasts sind nicht nur Unterhaltung, sondern für viele ein fester Bestandteil ihrer Informations- und Meinungsbildung. Der Wunsch nach Erkenntnisgewinn bleibt ein zentrales Nutzungsmotiv – verbunden mit hoher Glaubwürdigkeit, inhaltlicher Tiefe und der Flexibilität des Mediums. Bei der letzten Bundestagswahl gaben über 50 % der Podcast-Hörer:innen an, dass Podcasts für sie eine mindestens ergänzende Rolle gespielt haben; bei den unter 30-Jährigen war es sogar mehr als ein Drittel, für die Podcasts wichtig bis sehr wichtig waren. Laut Online Audio Monitor sind Podcasts für über ein Drittel der Hörer mittlerweile eine Hauptquelle zum Zeitgeschehen. Das unterstreicht: Podcasts prägen Popkultur, Diskurse – und zunehmend auch die öffentliche Meinungsbildung.“
3. Der Werbemarkt bleibt stabil und wächst weiter
Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten entwickelt sich der Podcast-Werbemarkt stark. Branchenbeobachter – mich eingeschlossen – halten es für realistisch, dass bereits im Jahr 2025 die 100-Millionen-Euro-Marke bei den Podcast-Werbeumsätzen in Deutschland überschritten wird. Und der Markt professionalisiert sich rasant. Bei Podius.io sehen wir, dass über zwei Drittel der führenden Mediaagenturen täglich für die Recherche und Planung ihrer Werbekampagnen auf unserer Plattform aktiv sind. Meine Prognose: Der Markt wächst auch in 2026. Die Richtung stimmt.“
Ergänzend zu diesen Ausführungen von Max Franke hier noch ein paar österreichische Zahlen: bei uns sagen sogar 42 Prozent der Hörer:innen (!), dass Podcasts für sie zu den wichtigsten Informationsquellen zählen. Das heißt: Podcasts beeinflussen Wissen, Meinungsbildung und Entscheidungsverhalten auch hierzulande. (Quelle: Online-Audio-Monitor Austria 2025, RTR)
Was den Werbemarkt betrifft, wird der österreichische Podcast-Werbemarkt für 2025 auf
5,25 Millionen Euro geschätzt – Tendenz steigend. Unternehmen haben erkannt, wie wirkungsvoll Audio für Markenaufbau, Reichweite und Community ist. Diese Zahlen zeigen sehr deutlich: Podcasts sind in Österreich angekommen. In der breiten Bevölkerung, bei jungen Zielgruppen, im Informationsverhalten, in der Kreativszene und im Werbemarkt. Und sie werden jedes Jahr relevanter. (Quelle: Statista Market Insights (2025))
Nicht nur am Werbemarkt, auch auf publizistischer Ebene werden Podcasts 2026 noch bedeutender, so Stefan Lassnig, Geschäftsführer von Missing Link. Den Jahresbeginn schätzt er allerdings noch sehr turbulent ein:
„Für die erste Hälfte 2026 erwarte ich eine Verschärfung der Turbulenzen in der Medien- und Werbebranche. Nach einer Marktbereinigung und einigen Schockwellen prognostiziere ich für die zweite Jahreshälfte eine leichte Entspannung. Auf der publizistischen Seite gehe ich davon aus, dass die Bedeutung von Podcasts weiter zunehmen wird. Erste Anzeichen dafür gab es ja 2025, als zum Beispiel eine Folge unseres Investigativ-Podcasts „Die Dunkelkammer“ zu einer weltweiten Berichterstattung über die „Nonnen von Goldenstein“ geführt hat. Und auf der werblichen Seite gehe ich von einer weiteren Professionalisierung Richtung Adserver und programmatischen Buchungsmöglichkeiten und einem weiteren Wachstum für die Podcast Werbung aus, weil die gebuchten Werbeplätze im Vergleich zum vorhandenen Inventar noch ausbaufähig sind und es viele gute Gründe gibt, Werbegeld in Podcasts zu investieren.“
Podcasts bleiben also weiterhin auf Wachstumskurs – und werden auch als LIVE-Format immer gefragter. Für Julia Sobieszek, Geschäftsführerin von Peggy´s Agency ist klar: Podcasts werden 2026 noch mehr bei Events mitgedacht:
„Immer mehr Bühnen und Veranstaltungsorte entdecken Podcasts für sich: Es entstehen eigene Live-Schienen, Festivals und Programmpunkte bei Galas und Events. Liveshows werden damit für Podcaster:innen zu einem immer wichtigeren Bestandteil ihrer Finanzierung – ein Trend, der sich aus meiner Sicht 2026 weiter verstärken wird. Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung, dass Podcasts endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind – in Österreich, wie so oft, mit einer kleinen Verzögerung. Die Hörerschaft wächst stetig, und das Medium ist sowohl im Informations- als auch im Unterhaltungsbereich fest etabliert. Das merken auch die Werbekunden: Seit rund drei Jahren beobachte ich ein kontinuierliches Wachstum jener Unternehmen, die Podcasts fix in ihre Mediaplanung aufnehmen. Podcasts werden zunehmend als eigener Budgetposten geführt – und nicht mehr „irgendwo ins Social-Media-Budget hineingeschummelt“.
Podcasts gehen also nächstes Jahr immer mehr live. Und wie sieht es mit dem umstrittenen Thema Videocast aus? Wir haben bei Zsolt Wilhelm, Head of Podcast & Video beim STANDARD nachgefragt:
„Der größte Podcast-Trend ist nicht Video, sondern YouTube. Der Streaming-Primus entwickelt sich in Lichtgeschwindigkeit zur All-in-one-Plattform für alles, was einen Play-Button hat. Das Potenzial für Podcasts ist riesig. Doch hier verändern sich die Vorzeichen für Erfolg. Podcaster:innen rennen auf Spotify und Apple Abonnent:innen nach und vertrauen darauf, dass wachsende Abozahlen die Reichweite stärken. Das trifft auf Youtube auch zu, doch in viel geringerem Maße. Massentaugliche Themen, catchy Titel und Vorschaubilder, Timing, bekannte Persönklichteiten und Trends dominieren den Algorithmus. Ein Spielfeld, das den gesamten deutschsprachigen Raum umspannt (und dank Auto-Dubbing auch darüber hinaus), stellt lokale Creator in einen internationalen Wettbewerb. Spannende Inhalte, hohe Qualität und eine attraktive Verpackung bleiben in der Youtube-Ära der Schlüssel zum Erfolg. Doch der Turbo-Darwinismus, der hier regiert, erfordert noch größere Investitionen in alle drei Bereiche.“
Youtube als Gamechanger für 2026, so die Progonose von Zsolt Wilhelm. Tatjana Lukáš vom „Happy House Media“ sieht ganz im Gegenteil großes Potenzial für Videocasts:
„Gerade eben hat erstmals ein Original-Podcast auf unserem Label „Happy House Media“ den Sprung ins Fernsehen geschafft. Die Produktion, die nach einem professionellen Studio-Setting und einem fähigen Videoteam verlangt, kostet naturgemäß das zwei- bis fünffache einer reinen Audio-Produktion. Aber mit den Kosten steigen auch die Möglichkeiten, das Produzierte breiter konsumierbar zu machen. Und hier kommen wir zu einem Knackpunkt, der besteht, seit ich mich mit Audio beschäftige. Die Sichtbarkeit, die Auffindbarkeit oder besser gesagt: die Nicht-Auffindbarkeit. Wie viele gut produzierte Podcasts mussten schon ihr Weiterleben lassen, weil ihnen in der Vermarktung die Luft ausgegangen ist. Weil einfach niemand erfahren hat, dass sie existieren, dabei interessante Gäste ins Rampenlicht stellen, neue Erkenntnisse niederschwellig vermitteln können. Sobald aber die Videoebene dazukommt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, an dem neuen Format vorbeizukommen, proportional. Mit einem Videopodcast bevölkert man nicht mehr nur die etablierten Audioplattformen, sondern kann auch die Videoplattformen á la YouTube und Twitch bespielen, Social Media über Vertical Clips befeuern und neuerdings über eigens ins Leben gerufene lineare Videopodcast-Sender auch den Sprung ins lineare TV, zu Joyn & Co. machen.“
Was sehen reichweitenstarken Podcaster:innen eigentlich im neuen Jahr auf sich zukommen? Daniela Ullrich ist Host des Erfolgs-Formats „Menomio – der Podcast für glückliche Wechseljahre“:
„Ich glaube, Podcasts funktionieren 2026 vor allem über Nähe und Nutzen. Mein Fokus liegt deshalb noch stärker auf meiner Community – auf dem, was zwischen den Folgen passiert. Ich habe das Glück, dass MENOMIO weiterwächst. Der größte Sprung kam, als ich auf wöchentliche Folgen umgestellt habe – seitdem ist das Wachstum kleiner, aber konstant. Und das ist für mich genau richtig: lieber echt und stetig als laut und kurzlebig.“
Ähnlich sieht das auch die Autorin des bekannten Podcast-Newsletters „Beifahrersitz“, Denise Fernholz:
„Die Branche kehrt langsam zurück zu dem, was Podcasts stark macht – Tiefe, Beziehung und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Nächstes Jahr wird klarer: Reichweite entsteht nicht durch Zaubertricks, sondern durch klare Formate, ehrliche Stimmen und konsequente Distribution. Und damit meine ich nicht „Video regelt schon“, sondern strategisch entscheiden, wo eine Show ihr Publikum findet – und wo nicht. Ich glaube, wir sehen 2026 eine Professionalisierung, die weniger mit Technik zu tun hat und mehr mit Prioritäten. Podcaster*innen, Studios und Unternehmen werden gezwungen sein, ihre Ressourcen bewusster einzusetzen. Denn es zeigt sich deutlicher denn je, wie viel auf den Schultern einzelner lastet. Die meisten jonglieren Rollen, für die man eigentlich ein ganzes Team braucht: Host, Redaktion, Postproduktion, Social Media, Marketing, Vertrieb … Gleichzeitig wird Storytelling relevanter, nicht trotz, sondern wegen der Video-Welle. Die Nachfrage nach hochwertigen, erzählerischen Formaten ist da, aber sie braucht faire Budgets, professionelle Distribution und realistische Erwartungen. Der Markt schrumpft nicht, er sortiert sich. 2026 belohnt keine Perfektion. Es belohnt Fokus und das Durchhaltevermögen. Genau dort entstehen die Formate, die bleiben.“
Spannende Expert:innen-Insights aus dem gesamten DACH-Raum. Doch natürlich darf in den Podcast Trends 2026 auch unsere eigene wepodit Expertise nicht fehlen. Eva Waldenberger, Geschäftsführerin und Co-Founderin von wepodit:
„2026 sind Corporate Podcasts endlich dort angekommen, wo wir sie seit Jahren hin gewünscht haben. Wir müssen niemandem mehr erklären, was ein Podcast ist – und das über alle Altersgruppen hinweg. Jeder hat schon einmal einen gehört, gesehen oder kennt jemanden, der einen Podcast hat oder zumindest schon einmal zu Gast war. Damit entsteht für Unternehmen ein Umfeld, in dem sie mutiger werden können: von KI-gestützten Übersetzungen in neue Sprachen bis hin zur Frage, wie Videocasts sinnvoll gedacht und eingesetzt werden können. Gerade bei Letzterem zeigt sich jedoch in vielen Corporate-Setups: Ein klassischer Videocast ergibt meist wenig Sinn, zumindest nicht in seiner ursprünglichen Form. Viel relevanter wird 2026 die strategische Nutzung des Videomaterials sein, um Inhalte effizient über verschiedenste Kanäle zu verlängern, aufzubereiten und wiederzuverwerten. Podcasts entwickeln sich zunehmend zum Herzstück der Unternehmenskommunikation, ohne ihren Expertenstatus zu verlieren. Am Ende bleibt aber eines unverändert: Die echte Stimme und der Mensch dahinter sind auch 2026 der entscheidende Erfolgsfaktor für einen starken Corporate Podcast. Technologie kann unterstützen, aber die Glaubwürdigkeit entsteht weiterhin durch Persönlichkeit.“
Neben Corporate Podcasts ist wepodit auch auf die Vermarktung von Podcasts spezialisiert. Welche Ad Form ist im Jahr 2026 eigentlich gefragt? Marlene Auberger beschäftigt sich als Podcast Managerin bei wepodit täglich mit Podcast Werbung:
„Wenn ich an den Podcast-Werbemarkt denke, dann erwarte ich ein Wandel im Hinblick auf Native Ads. Wir haben 2025 gesehen, wie sehr KI, programmatische Buchungen und Targeting-Möglichkeiten den Markt weiter professionalisieren, aber am Ende bleibt das Herzstück des Mediums die Nahbarkeit und Authentizität. Podcasts sind eines der stärksten Medien, um Awareness und Vertrauen aufzubauen und leben von echter menschlicher Verbindung. Und genau da liegt für mich auch die wahre Power von Native Ads: eine Werbeform, die es seit den Anfängen der Podcast-Werbung gibt und deren Potenzial in den letzten Jahren oft nicht mehr voll ausgeschöpft wird. Zu häufig wird versucht, möglichst breit zu gehen und man übersieht dabei den eigentlichen Vorteil des Formats: dass Native Ads dann am stärksten wirken, wenn Marke, Podcast und Host wirklich aufeinander abgestimmt sind. Genau zu diesem Ansatz sollten wir wieder zurückfinden.
Abschließend werfen wir noch einen Blick in Richtung Post-Production. Was tut sich vor allem in Sachen KI im nächsten Jahr? Andreas Häuserer, Podcast Producer bei wepodit:
„Die Postproduktion von Podcasts wird noch deutlich intelligenter. Besonders im Mixing und Mastering verändert sich gerade extrem viel. KI übernimmt immer mehr von der technischen Vorarbeit – Pegel, Rauschen, Raumhall, sogar Sprechertrennung können großteils automatisiert werden. Das heißt aber nicht, dass der Mensch überflüssig wird. Im Gegenteil: Es wird immer mehr ein Hybrid-Modell, bei dem KI die Basis schafft und Audio-Engineers den Charakter und die emotionale Feinzeichnung herausarbeiten und vor allem repetitive Arbeiten, der KI überlassen können.“
Fazit
Man braucht keine Glaskugel, um vorherzusehen, dass das Thema Podcast auch 2026 in aller Munde ist. Es stehen uns spannende Entwicklungen am Werbemarkt, aber auch in Sachen KI und YouTube bevor. Im Corporate Bereich entwickeln sich Podcasts 2026 immer mehr vom „nice to have“ zum „must have“. Wollt ihr 2026 euren Corporate Podcast mit uns starten? Schreibt uns, an office@wepodit.com
Quellen:
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