Podcast-Roadmap 2026 SEASON 1: Neuausrichtung & Strategie

Happy new Podcast Year! 2026 markiert für uns nicht einfach ein weiteres Jahr im Podcast-Kalender, sondern einen strategischen Wendepunkt. Der Podcast-Markt ist erwachsen geworden. Wer heute ein Podcast-Projekt startet, konkurriert nicht mehr mit Hobbyformaten aus der Pionierphase, sondern mit professionell produzierten Inhalten, klar positionierten Marken und strukturierten Publishing-Strategien.

Corporate Podcasts sind mittlerweile die akustische Visitenkarte eines Unternehmens. Und genau deshalb funktioniert „einfach mal machen“ heute nicht mehr. Bei wepodit sehen wir das aber leider nach wie vor jeden Tag in der Praxis: Podcasts mit großem Potenzial, die nie richtig abheben. Projekte, die von Unternehmen mit viel Motivation gestartet werden und nach wenigen Folgen wieder einschlafen. Nicht, weil das Medium nicht funktioniert. Sondern weil Struktur im Hintergrund fehlt und oftmals auch die personellen Ressourcen zu knapp sind.

Genau hier setzt unsere „Podcast-Roadmap“ an.

2026 (übrigens auch unser 5.Geburtstag) begleiten wir euch in Bezug auf Podcasts monatlich entlang einer klaren Leitlinie. Wir erstellen über das ganze Jahr hinweg unsere „Podcast Roadmap“, aufgeteilt auf zwölf Seasons, die jeweils einen zentralen Schwerpunkt beleuchten. Season 1 (Januar) markiert den Start: Neustart & Strategie. Denn egal, ob ihr bei Null startet oder einen bestehenden Podcast neu ausrichten wollt – ohne ein sauberes Fundament funktioniert´s nicht.

Der Podcast-Markt 2026: Podcasts als fixes Alltagsmedium

Fast die Hälfte (!) der Österreicher:innen (43% laut Online Audio Monitor Austria 2025, RTR) hören mittlerweile regelmäßig Podcasts, Tendenz steigend. Bei den 15- bis 29-Jährigen sind es sogar schon zwei Drittel, die sich darüber täglich Infos holen. Konsumiert wird vor allem unterwegs: beim Sport, im Auto oder nebenbei im Alltag. Genau das macht Podcasts für Unternehmen so wertvoll. Sie erreichen Menschen in Situationen, in denen Netflix und Co. (noch?) nicht funktionieren. Hinzu kommt: Die Hördauer ist im Vergleich zu anderen Medien überdurchschnittlich hoch. Während Instagram, TikTok und Co. oft nur wenige Sekunden Aufmerksamkeit bekommen, verbringen Hörer:innen im Schnitt 20 bis 40 Minuten (!) mit einer Podcast-Episode. Gleichzeitig steigt allerdings auch die Anzahl professioneller Formate. Unternehmen, Medienhäuser und Content Creator investieren zunehmend in Audio-Strategien. Der Markt wächst also nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. ABER: er ist noch keineswegs übersättigt. Der Zeitpunkt, um einen qualitativ hochwertigen Corporate Podcast zu starten, war daher nie besser als jetzt!

Season 1: Neuausrichtung & Strategie

Der Jänner stand in unserer „Podcast Roadmap“ bewusst im Zeichen des Innehaltens. Nicht des Produzierens um jeden Preis, sondern des Nachdenkens vor dem Start. Konzept, Positionierung, Zieldefinition, Ressourcenplanung, das alles sind keine optionalen Extras, sondern Voraussetzungen dafür, dass ein Podcast später die entsprechende Wirkung entfalten kann. Fragen wie:

  • Was ist das Thema/die Idee hinter unserem Podcast?
  • Welche Rolle soll der Podcast in unserer Kommunikation spielen?
  • Wer soll unseren Podcast hören?

müssen unbedingt gleich vor Beginn beantwortet werden. Erst wenn das passiert ist, ergeben die nächsten Schritte auch wirklich Sinn. Warum? Weil Podcasts Tiefe ermöglichen wie kaum ein anderes Format. Durchschnittlich 20 bis 30 Minuten Episodenlänge bieten sehr viel Zeit und Raum für Geschichten, Haltung und Emotionen. Genau diese Stärke wird aber schnell zur Schwäche, wenn das Projekt nicht vollständig durchdacht ist. Aus der Praxis wissen wir: Kein klares Konzept, keine klar definierten Zuständigkeiten, unterschätzter Zeitaufwand, das alles kann schnell zum Hemmschuh für ein eigentlich großartiges Projekt werden. Ein Podcast wird dann zur Belastung, wenn er im Unternehmen „mitläuft“ – wenn er zwischen Meetings, Social Media Posts und Kampagnen noch „schnell“ irgendwie untergebracht wird und niemand wirklich dafür verantwortlich ist. Daher ist es viel sinnvoller, ein Podcast-Projekt gemeinsam mit einem strategischen Partner im Hintergrund anzugehen. Ein Podcast scheitert nämlich gerade in KI-Zeiten selten an der Technik, sondern eigentlich immer am fehlenden Konzept dahinter. In Episode 72 des wepodit Podcast werfen wir übrigens genau darauf einen genaueren Blick. Wir erklären, warum ein durchdachtes Konzept die Lebensader jedes neuen Podcasts ist und wie ein Konzept-Workshop bei unseren Kund:innen konkret abläuft.

Unsere klare Empfehlung aus Season 1: Nehmt euch genügend Zeit für die Ausarbeitung einer Podcast-Strategie! Egal, ob ihr einem bereits existierenden Podcast-Projekt noch eine Chance geben wollt oder ganz neu mit eurem Corporate Podcast durchstarten wollt: Podcasting 2026 ist kein Zufallsprodukt mehr. Es ist ein strategisches Tool mit enormem Potenzial, aber auch mit klaren Anforderungen.

Behind the mic: „gscheit bauen“- der Podcast von Genböck Haus

Hausbauen ist komplex. Entscheidungen wirken langfristig und Vertrauen spielt eine zentrale Rolle. Genau hier setzt der Corporate Podcast von Genböck Haus „gscheit bauen“ an.
Im Rahmen unserer Interview-Reihe “Behind the mic” sprechen wir mit Unternehmen darüber, warum sie sich für einen Podcast entschieden haben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Dieses Mal erzählen Helmut Möseneder, Birgit Hinterberger und Martin Genböck von Genböck Haus aus Haag am Hausruck, warum Audio für sie der richtige Kanal ist und welche Rolle der Podcast in ihrer externen Kommunikation spielt.

 

wepodit: Der Podcast „gscheit bauen“ läuft nun bereits seit zwei Jahren – herzliche Gratulation! In dieser Zeit durften wir gemeinsam mit euch zahlreiche Episoden rund um nachhaltiges Hausbauen umsetzen. Was hat euch damals dazu bewogen zu sagen: „Wir starten jetzt einen Podcast“?

Birgit Hinterberger: Die Entscheidung für einen eigenen Podcast ist eigentlich schon viel früher gefallen. Denn eines war für uns schon lange klar: Das ist genau der Kanal, über den wir unsere Kund:innen gut erreichen können. Gleichzeitig bietet ein Podcast die perfekte Möglichkeit, die Vielzahl an Informationen rund um nachhaltiges Bauen verständlich, gut strukturiert und vor allem persönlich zu vermitteln.

Trotzdem war es ein längerer Weg. Die Idee lag über mehrere Jahre immer wieder am Tisch, aber die Umsetzung erschien uns zunächst sehr aufwendig. Uns war zum Beispiel nicht klar, wie die Aufnahmen ablaufen, wer den Schnitt übernimmt oder wie die Veröffentlichung funktioniert. Wir haben damals mit unterschiedlichen Geschäftspartnern gesprochen und in einem dieser Gespräche kam schließlich wepodit ins Spiel. Danach haben wir bei euch angefragt 🙂

wepodit: Wie haben Mitarbeiter:innen und Kund:innen auf die Einführung von „gscheit bauen“ reagiert? Welches Feedback bekommt ihr?

Die Mitarbeiter:innen waren anfangs durchaus überrascht, dass wir einen Podcast starten. Gleichzeitig war das Interesse groß – vor allem daran, welche Inhalte man darüber vermitteln kann und wie ein Podcast überhaupt funktioniert. Besonders schön ist, dass mittlerweile über die Hälfte der Episoden von unseren Mitarbeiter:innen gestaltet wurden – egal ob aus Vertrieb, Technik, Produktion oder Service. So konnten sie ihre Fachgebiete und ihre tägliche Arbeit bei Genböck sehr authentisch präsentieren. Auch von Kund:innen haben wir sehr unterschiedliches Feedback erhalten. Von einigen Interessent:innen wissen wir jedoch, dass sie alle bisherigen Folgen gehört haben und sich jedes Mal freuen, wenn eine neue Episode erscheint.

wepodit: Birgit, hast du das Gefühl, dass „gscheit bauen“ sein Ziel erfüllt – nämlich Hausbaufamilien in Oberösterreich gut aufzuklären?

Birgit Hinterberger: Absolut. Das Tolle am Medium Podcast ist, dass man Inhalte in kleine, gut verständliche Portionen aufteilen kann. Rund um den Hausbau gibt es unglaublich viele Themen, vom Bauen selbst über das Wohnen bis hin zu Servicefragen. Ein großer Vorteil ist außerdem die Flexibilität: Die Folgen bleiben dauerhaft online. Man kann sie jederzeit nachhören oder auch einzelne Episoden überspringen, wenn sie gerade nicht relevant sind. Jede Folge steht für sich. So können sich die Hörer:innen ganz gezielt jene Inhalte auswählen, die für ihre aktuelle Lebens- und Bauphase wichtig sind.

wepodit: Martin, warum eignet sich das Medium Podcast deiner Meinung nach besonders gut für Themen wie nachhaltiges Bauen, Holzbauweise, Energieeffizienz oder smarte Hauslösungen?

Martin Genböck: Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist die Komplexität der Themen. In einem Podcast hat man die Möglichkeit, Zusammenhänge ausführlich zu erklären. Auf Social Media lassen sich viele Inhalte oft nur sehr oberflächlich behandeln, da die Beiträge in der Regel stark komprimiert sind. Im Podcast können Themen außerdem viel greifbarer und authentischer vermittelt werden. In unserem Fall kommen die zuständigen Personen selbst als Expert:innen zu Wort. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man einen Podcast in vielen Situationen nebenbei hören kann, beispielsweise auf der Baustelle. Dadurch entsteht ein längeres Zeitfenster, in dem komplexe Themen wie der Hausbau verständlich vermittelt werden können.

wepodit: Herr Möseneder, inwiefern unterstützt „gscheit bauen“ die Kommunikation von Genböck Haus, vielleicht sogar in Bezug auf die Verkaufszahlen? Wurde durch den Podcast schon ein Haus verkauft?

Helmut Möseneder: Der Podcast unterstützt unsere Kommunikation auf jeden Fall sehr gut. Wir haben auch schon Rückmeldungen von Kund:innen erhalten, dass sie eben genau durch den Podcast ein noch besseres Gefühl bekommen haben und er auch ihre Kaufentscheidung positiv beeinflusst hat. Feedback wie dieses freut uns natürlich besonders und zeigt, dass sich der Podcast für uns definitiv auszahlt.

wepodit: Wie läuft die Produktion einer Folge von „gscheit bauen“ ab – von der Idee bis zur Veröffentlichung?

Birgit Hinterberger: Hinter jeder Folge steckt ein sehr gut eingespielter Prozess. Am Beginn unserer Zusammenarbeit stand ein gemeinsamer Workshop, in dem wir eine große Sammlung möglicher Themen erarbeitet haben. Diese Liste wird laufend ergänzt und bildet bis heute die Grundlage für neue Episoden. Im Marketingteam treffen wir uns drei- bis viermal im Jahr, um diese Themen weiter zu konkretisieren. Auf Basis unserer Mindmap formuliert ihr dann die Fragen für die einzelnen Folgen. Nach einer kurzen Freigabeschleife steht der Interviewleitfaden fest und damit auch gleich der nächste Aufnahmetermin. Die Aufnahmen finden bei uns im Haus in Haag statt, was für uns unglaublich praktisch ist. Nach der Aufnahme erhalten wir die fertige Folge zum Reinhören und nach der Freigabe geht sie online.

wepodit: Welche Tipps würdet ihr anderen Organisationen geben, die überlegen, ebenfalls einen Corporate Podcast zu starten?

Birgit Hinterberger: Vorab sollte man sich ehrlich fragen: Passt ein Podcast wirklich zu unserem Produkt oder unserer Dienstleistung? Können wir unsere Themen in diesem Format sinnvoll und spannend erzählen? Und gibt es genügend Inhalte, um mehrere Folgen oder sogar ganze Staffeln zu füllen? Wenn diese Fragen grundsätzlich positiv beantwortet werden können, empfehle ich klar, sich professionelle Unterstützung zu holen. In unserem Fall war das eindeutig wepodit. Das sage ich jetzt nicht, weil es hier gut reinpasst, sondern weil es für uns tatsächlich den entscheidenden Unterschied gemacht hat. Es gibt heute so viele Kommunikationskanäle, da kann man nicht überall selbst Profi sein. Deshalb ist es absolut sinnvoll, sich an Menschen zu wenden, die genau das können. Für uns war das der Schlüssel, damit unser Podcast „gscheit bauen“ entstehen konnte und bis heute so professionell läuft.

wepodit: Vielen Dank für das Gespräch!

Mythos oder Wahrheit: Podcast starten ohne Community ist sinnlos!

Es ist wieder Zeit für „Mythos oder Wahrheit“! In unserem wepodit Podcast überprüfen wir aktuell zweiwöchentlich weit verbreitete Annahmen rund ums Podcasten. Diese Woche geht es um folgende Behauptung aus der Podcast-Bubble:

Mythos: „Podcasts lohnen sich nur, wenn ich schon eine große Community habe.“

Bestimmt seid ihr mit einer solchen Behauptung auch schon einmal konfrontiert worden. Sie klingt ja auch logisch, oder? Schließlich leben Social-Media-Kanäle wie Instagram, TikTok oder LinkedIn stark von Reichweite. Aber beim Podcasten gelten andere Gesetze – und genau das macht das Medium so spannend.

Podcasts als Startpunkt für den Community-Aufbau

Die gute Nachricht: ihr könnt tatsächlich von NULL anfangen! Podcasts sind nämlich nicht nur ein Kommunikationskanal für Menschen und Marken, die schon eine große Reichweite haben. Sie eignen sich genauso gut (oder sogar besser) als Startpunkt für den Aufbau einer Community. Warum? Weil ein Podcast von Anfang an Vertrauen und Nähe schafft. Während Social Media oft auf schnelle Aufmerksamkeit ausgelegt ist, entstehen im Podcast tiefere Verbindungen. Wer deiner Stimme für 20 oder 30 Minuten zuhört, baut eine Beziehung zu dir auf. Das ist eine ganz andere Qualität der Bindung.

Warum hält sich der Mythos so hartnäckig?

Viele verwechseln Podcast-Logik mit Social-Media-Logik. Dort gilt: Reichweite = Erfolg. Aber Podcasts sind keine Zahlen-Spiele, sondern Beziehungs-Arbeit.Ein Kernpublikum von 50 bis 100 Hörer:innen, die tatsächlich eine ganze Episode anhören, kann wertvoller sein als tausende Follower:innen, die nur oberflächlich vorbeiscrollen und dann sowieso nicht „bleiben“. Gerade für Nischenthemen oder Corporate Podcasts bedeutet das: Klein starten ist nicht das Problem. Viel wichtiger ist es, kontinuierlich Mehrwert zu liefern.

Das Besondere an Podcasts im Vergleich zu Social Media Formaten

Podcasts unterscheiden sich grundlegend von Instagram, TikTok oder LinkedIn:

  • Intimität & Nähe: Menschen bekommen deine Stimme direkt in ihr Ohr, oft in Alltagssituationen wie beim Spazierengehen, Autofahren oder Kochen.
  • Zeit & inhaltliche Tiefe: Während Posts und Reels oft in Sekunden konsumiert werden, nehmen sich Hörer:innen für Podcasts bewusst 20–30 Minuten Zeit.
  • Langfristigkeit: Podcast-Episoden bleiben verfügbar, können immer wieder gehört und gefunden werden. Sie sind kein flüchtiger Content, der sich in der Online-Welt verliert.

Genau diese Eigenschaften machen Podcasts zu einem mächtigen Werkzeug – gerade dann, wenn man bei „Null“ startet.

Drei Tipps für deinen Start ohne Community

  1. Eigenes Netzwerk nutzen
    Die ersten Hörer:innen sitzen oft direkt im eigenen Umfeld: Freunde, Bekannte, Kolleg:innen. Sie teilen Inhalte, geben Feedback und bringen den Ball ins Rollen.
  2. Klein anfangen, aber regelmäßig live gehen
    Es braucht keine 10 Folgen pro Monat. Viel wichtiger ist Kontinuität. Eine Episode pro Monat, die zuverlässig erscheint, ist besser als unregelmäßige Veröffentlichungen, die dir dann auch schnell zu viel werden.
  3. Feedback einholen & Community einbinden
    Podcasts leben von Interaktion. Stelle Fragen, bitte deine Fans um Themenvorschläge, lade Hörer:innen ein, ihre Gedanken zu teilen. Wer von Anfang an gehört wird, bleibt länger dabei.

Podcast als Werkzeug zur Community-Bildung

Podcasts sind kein Statussymbol für „die Großen“. Sie sind ein Werkzeug für alle, die authentisch kommunizieren und nachhaltig Beziehungen aufbauen wollen. Egal ob Unternehmen oder Einzelperson: Wer eine klare Botschaft hat und Mehrwert bietet, kann jederzeit mit einem Podcast starten, auch ohne bestehende Community.

Fazit

Der Mythos ist entlarvt: Podcasts lohnen sich nicht erst mit einer großen Community, im Gegenteil: sie können selbst der Beginn einer tollen Community sein. Das Erfolgsrezept liegt nicht in hohen Follower-Zahlen beim Start, sondern in Qualität, Authentizität und Kontinuität. Wenn du diese drei Faktoren beherzigst, baust du Schritt für Schritt eine treue Podcast-Hörer:innenschaft auf.

Möchtest du deine Podcast-Idee gemeinsam mit uns verwirklichen? Schicke uns gern eine E-Mail, an office@wepodit.com.

 

Warum Podcast Hosts Vorbereitung brauchen, auch wenn sie Expert:innen sind

Zweimal im Monat gibt es eine neue Folge unseres wepodit Podcast. In der Rubrik „Mythos oder Wahrheit“ nehmen wir gängige Annahmen aus der Podcast-Bubble genauer unter die Lupe. In der aktuellen Episode geht es um folgende Aussage: „Der Host ist eh vom Fach – der braucht keine Vorbereitung.“

 

Wenn jemand Expert:in ist, dann läuft das Gespräch ja von selbst- würde man zumindest meinen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Expertise allein ersetzt keine Moderation. Ein guter Podcast entsteht nicht zufällig – er entsteht durch Struktur, Planung und eine klare Idee davon, wie Inhalte für die jeweilige Zielgruppe aufbereitet werden müssen. Fachliche Kompetenz ist daher nur ein kleiner Teil der Aufgabe. Ein Moderator muss ein Gespräch führen und lenken, Inhalte verständlich machen, den roten Faden halten, Tempo und Tonalität steuern und die Perspektive der Hörer:innen einnehmen. Ohne Vorbereitung werden viele dieser Punkte rasch zur Herausforderung. Gespräche wirken unruhig, schweifen ab oder werden zu komplex erzählt.

Vorbereitung schafft Klarheit und Orientierung

Damit eine Podcast-Folge gut funktioniert, braucht es eine bewusste Vorbereitung. Dazu gehört:

Ziel der Episode festlegen: Was sollen die Hörer:innen am Ende wissen oder verstanden haben? Ein klares Ziel verhindert inhaltliches Abschweifen und schafft Fokus.

Struktur aufbauen: Ein Gesprächsleitfaden definiert die Dramaturgie: Einstieg, Kernteil, Beispiele, Ausblick.
Diese Struktur hilft dabei, die 20–30 Minuten Laufzeit eines Corporate Podcasts sinnvoll zu füllen.

Inhaltliche Vorbereitung: Auch Profis profitieren davon, sich noch einmal einzulesen, Begriffe zu vereinfachen oder komplexe Themen auf die Zielgruppe anzupassen.

Natürlich sprechen! Gute Vorbereitung bedeutet nicht, vorgefertigte Sätze zu lernen. Es geht darum, sicher genug im Thema zu sein, um spontan, klar und verständlich sprechen zu können. Stichworte reichen hier vollkommen.

Was passiert ohne Vorbereitung?

Unvorbereitete Moderationen führen häufig zu sprunghaften Gesprächen, überfrachteten oder zu technischen Erklärungen sowie dem Verlust des roten Fadens. Dadurch entstehen in der Konsequenz natürlich auch längere Post-Production Zeiten, weil viel geschnitten/korrigiert werden muss. Im schlimmsten Fall kann man die Episode komplett kübeln. Gerade bei komplexen Themen zeigt sich der Unterschied deutlich: Mit Vorbereitung wird das Gespräch zugänglich und präzise, ohne Vorbereitung wird es schnell unverständlich oder verliert den Fokus.

Fazit: Vorbereitung ist ein entscheidender Qualitätsfaktor

Die Aussage „Der Host ist eh vom Fach – der braucht keine Vorbereitung“ ist definitiv ein Mythos. Gute Moderation entsteht nicht durch zufälliges Fachwissen, sondern durch die Fähigkeit, Inhalte gezielt aufzubereiten und umzusetzen. Die richtige Vorbereitung sorgt dafür, dass Gespräche klar, strukturiert und für die Zielgruppe relevant bleiben.

 

Willkommen im Team! Wie interne Podcasts das Onboarding verändern

Der erste Arbeitstag in einem neuen Unternehmen ist selten entspannt. Unzählige neue Menschen, Namen, Infos und Prozesse, die da auf einen einprasseln. Gleichzeitig die Aufregung über eine neue Aufgabe und der Wunsch, sich im zukünftigen Team wohlzufühlen. Um den Einstieg im neuen Job möglichst entspannt zu gestalten, setzen immer mehr Unternehmen auf Onboarding-Podcasts, die das Onboarding auf neue Art hör- und erlebbar machen. Alle Infos zu diesem wertvollen Tool gibt´s im dieswöchigen Blogbeitrag.

Ein Onboarding-Podcast schafft das, was langweilige PDF-Leitfäden und Intranet-Beiträge definitiv nicht hinkriegen: Nähe. Die Stimme transportiert neben den wesentlichen Informationen über den neuen Arbeitsplatz auch gleichzeitig Emotionen, Kultur und Haltung eines Unternehmens direkt ins Ohr der neuen Mitarbeiter:innen. Zudem punktet das Medium Podcast mit Flexibilität – neue Kolleg:innen können ihn auf dem Weg zur Arbeit, im Fitnessstudio oder bei der Hausarbeit hören und ihr persönliches Onboarding dadurch in ihrem eigenen Tempo gestalten.

Der Outcome: ein niedrigschwelliger, persönlicher Einstieg in die neue Arbeitswelt, der die Zugehörigkeit stärkt und ganz nebenbei wichtige Informationen nachhaltig verankert. Mit einem Onboarding-Podcast bekommen neue Mitarbeiter:innen quasi ihren Onboarding-Buddy zum Hören. Gerade für die ersten Wochen in der neuen Firma ist das Gold wert.

Vom „Welcome Guide“ bis zur „Teamstory“: mögliche Formate

Interne Podcasts lassen sich vielseitig umsetzen – von der kurzfristigen Willkommensserie bis hin zu regelmäßigen Unternehmensnews sind dem Gestaltungsspielraum keine Grenzen gesetzt. Drei mögliche Beispiele:

  • Behind the Scenes – bestehende Mitarbeiter:innen erzählen, wie sie gestartet sind, welche Erfahrungen sie gemacht haben und was sie neuen Kolleg:innen mitgeben würden.
  • Shortcasts aus der Führungsebene: kurze Interviews mit Führungskräften, die Orientierung geben und Einblicke in strategische Ziele ermöglichen.
  • Abteilungsspezifische Infos – für Vertrieb, IT oder HR gibt es die Möglichkeit, eigene Onboarding-Podcasts mit praxisnahen Tipps und internen Best Practices.

Erfolgreiche Beispiele für interne Podcasts als Onboarding & Weiterbildungs-Tool

American Airlines zeigt seit 2018, wie interne Kommunikation per Podcast wirken kann. Im Format „Tell Me Why“ beantwortet das Management Fragen der Mitarbeiter:innen – ehrlich, direkt und transparent. Das schafft Vertrauen und hilft auch neuen Teammitgliedern, Entscheidungen besser zu verstehen und sich schneller zurechtzufinden.

Beispiele aus der wepodit – Praxis

ASZ – Tom´s Talk

ASZ, das Arbeitsmedizinische Zentrum in Linz, nutzt einen internen Podcast, um die Mitarbeiter:innen über Unternehmensnews zu informieren. In 5minütigen Shortcasts  spricht der Geschäftsführer alle Mitarbeiter:innen an, vor allem jene, die häufig im Außendienst unterwegs sind. Der Podcast ist nur intern verfügbar, also nicht auf Spotify und Co. zugänglich.

DIA-LOG, der Podcast des Diakoniewerks.

Das Diakoniewerk befindet sich aktuell in einem Transformationsprozess und informiert seine Mitarbeiter:innen im Podcast DIA-LOG regelmäßig transparent und verständlich über die aktuellen Veränderungen im Unternehmen. Der Podcast, der monatlich erscheint und auf Spotify auch allgemein zugänglich ist, ist in dem Fall als Onboarding für eine neue Unternehmenskultur zu verstehen.

Diese Beispiele zeigen: Ein interner Podcast kann mehr sein als ein Informationskanal – er ist ein Kulturträger.

Was ein guter Onboarding-Podcast braucht

Damit ein Podcast im Onboarding funktioniert, braucht es eine klare Struktur und gute Planung. Diese Punkte sind entscheidend:

  • Klare Zielgruppe definieren: Wer hört wann? Neue Mitarbeiter:innen in der Produktion haben logischerweise andere Informationsbedürfnisse als jene im Management.
  • Zugänglichkeit: Einfacher Zugang für alle Mitarbeiter:innen über App, Intranet oder geschützten Feed.
  • Storytelling statt Monolog: Stimmen aus dem Unternehmen wirken glaubwürdiger als abgelesene PowerPoint-Folien.
  • Feedback & Weiterentwicklung: Kurze Umfragen unter den Mitarbeiter:innen nach den Episoden helfen, Inhalte für künftige Folgen zu optimieren.

Fazit: Podcasts als neue Welt des audible Onboardings

Ein Onboarding-Podcast kann den Einstieg in ein Unternehmen entscheidend erleichtern. Er vermittelt niederschwellig und flexibel Wissen, schafft im Anfangschaos Orientierung und gibt neuen Mitarbeiter:innen ab Tag Eins das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Möchtet ihr euren Onboarding-Podcast mit uns verwirklichen? Schreibt uns gern eine E-Mail, an office@wepodit.com

 

 

Behind the mic: „Code of C – der True Compliance Podcast von .LOUPE“

Warum entscheiden sich unsere Kund:innen eigentlich für einen (Corporate-) Podcast? Das beleuchten wir regelmäßig in einer Interview-Reihe hier am Blog. Unser heutiges Best Practice Beispiel: „Code of C“ – der True Compliance Podcast von .LOUPE!

 

“Aus der Praxis. Für die Praxis.“ Dieses Versprechen hält .LOUPE Mitgründer Martin Reichetseder mit seinem “Code of C – der True-Compliance-Podcast” seit mittlerweile 31 Folgen. Als Host für er selbst durch den Podcast und zeigt mit seinen Gäst:innen und Bootcamp-Solo-Folgen, dass Compliance bunt, progressiv, spannend und notwendig ist. wepodit hat mit Martin Reichetseder über die Beweggründe für den Podcast und seine Weiterentwicklung 2026 gesprochen.

wepodit: Lieber Martin, auch an dich zu Beginn gleich die Frage: Warum hast du dich damals überhaupt für einen eigenen Podcast entschieden?

Martin Reichetseder: Mit dem Podcast wollte ich den Zugang zum Thema „Compliance“ vereinfachen und in den sicht- bzw. hörbaren Austausch mit echten Expert:innen gehen. Als Praktiker ist es mir besonders wichtig, in Netzwerken, Beziehungen und im Dialog zu denken – der Podcast hilft mir dabei, Brücken zu bauen, gegen Vorurteile einzuwirken, selbst von anderen zu lernen und andere zu inspirieren. Er festigt zudem meine Stellung als Experte und ist das Mittel, um meine Idee von „Compliance“ zu verbreiten.

wepodit: Welche Rückmeldungen bekommst du zu „Code of C“ und welche Rolle spielt der Podcast für deine „Business-Sichtbarkeit“?

Martin Reichetseder: „Code of C“ hat sich binnen kurzer Zeit zu einem Fixpunkt in der Community entwickelt. Ich bin immer wieder erstaunt (und sehr demütig), wie viele Menschen mich auf Konferenzen oder sogar auf der Straße ansprechen, die meinen Podcast hören (und lieben ;-). Der Podcast wird für den Einstieg in das Thema „Compliance“ genauso verwendet, wie für den Deep Dive. Mir persönlich öffnet das Medium viele Türen und Zugang zu vielen unterschiedlichen Menschen, was ich besonders gerne mag.

wepodit: Warum eignet sich deiner Meinung nach gerade das Medium Podcast so gut, um über Themen wie Compliance zu informieren?

Martin Reichetseder: Das Thema „Compliance“ ist für viele Menschen zu komplex, nicht greifbar bzw. wird sehr oft als „verhindernd“, bzw. als Barriere und/oder sogar als „bürokratisches Monster“ verstanden. Durch den Podcast schaffen wir es, die eigentlichen Aufgaben von Compliance und die unterschiedlichen Wege bzw. Ansätze zu erklären. Niederschwellig – nicht dogmatisch oder theoretisch – sondern einfach und zielgerichtet. Eben aus der Praxis, für die Praxis.

wepodit: Welche Vorteile bietet dein Podcast für potenzielle Geschäftspartner:innen und Kund:innen?

Martin Reichetseder:  Der Podcast ist ein Nachweis, dass wir wirklich etwas vom Thema verstehen und nicht bloß „Software der Software wegen“ entwickeln. Wir digitalisieren Prozesse, die wir selbst täglich leben bzw. schaffen Lösungen für Herausforderungen, mit denen wir im beruflichen Alltag konfrontiert sind. Wir nehmen unsere Kund:innen durch den Podcast mit auf eine Reise und Interessent:innen lernen, welche Möglichkeiten es gibt. Wichtig war mir aber stets, den Podcast nicht als „Produktwerbung“ zu verstehen – tatsächlich findet unsere Produktpalette kaum im Podcast statt – vielmehr schaffen wir damit eine gewisse Themenhoheit und geben gerne die Richtung vor (auch für andere).

wepodit: Wie handhabst du die Episoden-Produktion? Von der Ideenfindung für Themen bis hin zur Aufnahme?

Martin Reichetseder: Eigentlich schreibt mein eigenes Leben als Leiter einer Rechtsabteilung und Compliance den Inhalt des Podcast. Ich weiß, welche Herausforderungen wir in der Praxis haben und darüber spreche ich mit anderen Kolleg:innen und Menschen, die eine besondere Expertise bzw. Erfahrung haben. Die Liste meiner Gäst:innen kann sich wahrlich sehen lassen. Das war zu Beginn meiner Podcast-Reise nicht absehbar. Plötzlich bewerben sich auch honorige Personen bei mir, um über ihre Themen in meinem Podcast sprechen zu können. Das ehrt mich sehr und lässt den Podcast über sich hinauswachsen.

 wepodit: Du moderierst den Podcast ja selbst. Wie waren die ersten Aufnahmen für dich? Warst du nervös, als du das erste Mal vor dem Podcast-Mikrofon gestanden bist? 🙂

Martin Reichetseder: Ich bin IMMER nervös, wenn ich vor das Mikrofon trete. Jede Aufnahme ist besonders für mich. Über die Zeit habe ich aber festgestellt, dass ich Solo-Folgen nicht mag. Allein vor dem Mikrofon zu stehen ist für mich eine besondere Herausforderung. Mittlerweile weiß ich, dass ich kein Fan von „Selbstgesprächen“ bin, sondern meine Stärke im Dialog liegt.

wepodit: Welche Erfahrungen und Tipps hast du für Unternehmen, die ebenfalls einen eigenen Podcast starten wollen?

Martin Reichetseder: Keinen Podcast starten, wenn man nichts zu erzählen hat. Man muss wissen, WARUM macht man den Podcast, WAS ist das Ziel, hat man die Zeit und die Motivation dafür. Ein Podcast macht sich nämlich nicht von selbst.

wepodit: Wie geht es mit „Code of C“ im nächsten Jahr weiter? Welche Ziele verfolgst du für 2026?

Martin Reichetseder: 2025 war rückblickend gesehen eine Reise durch das Compliance Management System. Diese Reise möchte ich mit Jahresende abschließen – somit wird es im neuen Jahr auch keine Solo Bootcamp Folgen mehr geben. 2026 möchte ich mich auf das konzentrieren, was den Podcast stark macht – Gespräche mit echten Praktiker:innen, die zu unterschiedlichsten Compliance-Themen etwas zu erzählen haben.

wepodit: Lieber Martin, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg im neuen Podcast Jahr 2026!

 

 

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